Home  Veranstaltungen  Konzertberichte  Chronik  Kontakt  Links 

Herbstliche Halbzeit mit irischen Traditionals, Jigs und Reels in Kienberg/Trogen – Craobh Rua wurde am Samstag erst nach mehreren Zugaben entlassen

Von Roland Barwinsky
 
Kienberg/Trogen. Insgesamt sieben Konzerte hatte der Folkclub Isaar für das zweite Halbjahr in seinem neuen Domizil – dem Landgasthof Kienberg - geplant. Zur Halbzeit der neuen Livestaffel verwöhnte dort Craobh Rua am Samstagabend die Gäste. Eine Band aus Nordirland, welche seit Jahren in Europa und Nordamerika schwer angesagt ist. Daheim in Belfast sind sie dagegen aufgrund ihrer permanenten Reisetätigkeit eher weniger zu erleben. Umso mehr freuten sich die Einlader auf das Debüt dieser Band bei ihnen. Das Quartett startete mit einem Instrumentalstück. Sanft gelang die angedachte Bodenhaftung. Denn es folgte viele Traditionelles und auch Eigenes aus der Abteilung Irish Folk – mal mit und mal ohne Gesang. Spaß war bei den angebotenen Texten zumeist Trumpf. So ging es gleich am Anfang um einen lebensbejahenden Milchverkäufer, der hoch zu Ross eine Dame erblickte und sich sofort in sie verliebte. Auch von Dörfern ohne Frauen erfuhr man so einiges. Es wurden öfters historische Themen behandelt, beispielsweise die Geschichte einer turbulenten Regatta, die einst mit viel Alkohol und skurrilen Begleitumständen ablief. Dazwischen wurde in den Zuschauerreihen geträumt. Gediegen klangen plötzlich die dorthin gekommenen Melodien. Wenig später klatschten allesamt heftig mit oder zeigten mit stampfenden Füßen, wie freudvoll das Ganze gerade ist. Besonders bei den Reels, die immer wieder eingestreut wurden. Klar, der Reiz des gesamten Vortrages bestand auch in der live zu erlebenden Instrumenten-Vielfalt. Da kämpften Banjo, Mandoline, Gitarre, Dudelsack und mehrere Flöten um die besten Töne, um eine entzückende Wohlfühl-Atmosphäre. Die vier Vortragenden moderierten abwechselnd, erzählten gern über sich und das mitgebrachte Repertoire. Nach der Pause überraschten die Weitgereisten textlich mit weiteren schrillen Begebenheiten und musikalisch mit angenehmer Vielfalt. Das zündete! Das kam an! Und das wollten viele Anwesende möglichst lange konservieren. So erklatschten sich die Zuhörenden eine starke Verlängerung. Zugleich wurde die Chance genutzt, um sich mit CD`s dieser tönenden Botschafter aus Nordirland einzudecken.
Bereits am kommenden Samstag, den 22.Oktober, 20 Uhr, geht es in Kienberg weiter. Erwartet wird Ray Cooper, der als Mitglied der Oysterband bekannt wurde. Mit seiner Musik bewege er sich zwischen Rock, Punk, Pop und Weltmusik, heißt es vorab. Die Tour nennt sich „Palace of Tears“ - genauso wie Coopers zweites Soloalbum. Der Wahlschwede liebt viele Instrumente und textliche Inhaltsschwere. Er prangert politische Missstände an und beschäftigt sich in Liedern mit deutsch-deutscher Geschichte. So beschreibt Cooper den Juli 1989, als er kurz vor dem Fall der Mauer nach Ost-Berlin kam mit folgenden Worten: „Dieses Land war so vollkommen anders als alle anderen Länder, in denen ich gewesen bin. Ohne Werbung, fast ohne Kriminalität, aber auch ohne Alternative.“
Karten und Infos: www.folkclub-isaar.de

Folk und viele nette Geschichten – Herbstprogramm des Folkclub Isaar begann am letzten Sonntag in Kienberg

Von Roland Barwinsky
 
Kienberg/Trogen. Nachdem der Folkclub Isaar seine erstes Sommerfest am neuen Standort recht gut meisterte, begann dort am letzten Wochenende die neue Livemusik-Herbststaffel des Vereins. Das Publikum durfte sich am Sonntagabend im Landgasthof Kienberg beim Auftakt auf Musik und nette Geschichten aus Irland und von anderswo her freuen. Dies erklärte Liam Merriman(Gitarre, Bodhran, Gesang) bereits zu Beginn des Konzerts. Er hatte seinen Platz auf der erst vor wenigen Tagen installierten neuen hauseigenen Bühne eingenommen. Begleiter Paul Grant(Gitarre, Bodhran) saß auf der linken Seite. Eoin O`Meachair(Mandoline, Flöten) sicherte die rechts Flanke ab. Als Trio musiziere man noch gar nicht so lange zusammen, hieß es. Trotzdem spürte das Publikum schon nach den ersten Tönen eine wohltuende Harmonie. Angeboten wurde eine reichlich mit stilistischen Zutaten gewürzte Notenmischung – irgendwo zwischen Irish Folk, schottischen Balladen und Blue Grass. Um was es inhaltlich ging, vergaß Moderator Merriman nie vor den Titeln zu erwähnen. Da wurden begehrenswerte Frauen besungen, die bedauerlicherweise schon verheiratet waren. Da flimmerten zuweilen traumhafte Landschaftsbilder vorbei. Es siegte natürlich oftmals die in den Songs integrierte Lebensfreude. Besonderes Anliegen der Gäste sei aber auch das gemeinsame Musizieren mit Kindern in Krankenhäusern. Für diese humane Geste haben die Künstler sogar Organisationen gefunden, welche diese Sache unterstützen.


Schnell entwickelte sich der Liveauftritt zu einem unterhaltsamen Exkurs in Sachen Folkmusik von der grünen Insel mit gewollten Grenzüberschreitung hinüber nach Schottland und noch weiter weg bis hinein zu den Wurzeln des Blue-Grass im fernen Amerika. Viele Songs hatten den Aha-Effekt. Die Gäste kannten diese vorgestellten Standards, freuten sich aber auch über die vielen Neuinterpretationen.


Irish Folk sei für die Organisatoren weiterhin ein unverzichtbares Markenzeichen bei der Programmgestaltung in ihrem neuen Domizil. Genau das habe den Folkclub Isaar zu einer renommierten Größe werden lassen. Aber es werde selbstverständlich auf stilistische Vielfalt geachtet. Einige Angebote seien jetzt schon stark nachgefragt. Beispielsweise das Konzert mit Latin Quarter am 5.Oktober und die deftige Weihnachtsveranstaltung am 26.Dezember. Zunächst bringt aber am 24.September der „vogelfreie Vogelmayer“ seinen bissigen Mund plus freche Texte nach Kienberg. Infos unter www.folkclub-isaar.de.

Folkclub feiert mit treuen Fans - Ein Sommerfest mit viel Sonnenschein geht in Kienberg über die Bühne. Die Laune ist gut, die Musik hervorragend.

Von Roland Barwinsky


Trogen-Kienberg - Alles hat gepasst am Sonntag beim Sommerfest des Folkclubs Isaar: Das Wetter war prächtig, das Programm bestens. Neu war der Veranstaltungsort: Das Fest fand erstmals vor der Gaststätte Kienberg statt, dem neuen Domizil des seit Jahrzehnten in Oberfranken aktiven Kulturanbieters. Folkclub-Urgestein Klaus König freute sich über die Zusammensetzung des Publikums: Neben den vielen treuen Konzertgängern erschien die heimische Bevölkerung ebenfalls zahlreich, und selbst Weitgereiste aus benachbarten Bundesländern kamen. Bereits am späten Vormittag blieb fast kein Platz mehr an den Tischen frei. Zum Glück hatten die Veranstalter ausreichend Sonnenschirme aufgestellt. Bei Bier, Brat- oder Weißwurst, Steaks, Krustenbraten und viel mehr gab es keine Probleme, den Gute-Laune-Pegel  hochzufahren.

Die Musik dazu kam zunächst von zwei US-Gitarristen, Terry Lee Burns aus Nashville und Perry P. Foley, Virginia. Sie sind längst keine Unbekannten mehr für den gastgebenden Verein. Ihr Repertoire bestand aus Country und Folk, auf der Zielgeraden trafen beide den Blues, der ja in ihrer Heimat entstand.

Vorsitzende Elke Rost lobte die vielen ehrenamtlichen Helfer in den eigenen Reihen, ohne die gerade an einem heißen Tag wie diesem nicht viel laufen würde. Der Non-Budget-Verein finanziert sich hauptsächlich aus Mitgliedsbeiträgen, bescheidenen Konzerteinnahmen und eben aus Feiern.

Die zur Mittagszeit antretende Seldom Sober Company, die "selten nüchterne Gesellschaft", sang zur Mittagszeit von hartgesottenen Schwarzbrennern, liebebedürftigen Landstreichern und garstigen Frauen. Das Quartett aus Halle hatte mit dem Dudelsackspieler Nico Schneider nicht nur einen für Power zuständigen Frontmann, sondern startete mit Jigs und Reels regelrecht durch. Schneider und seine Mitstreiter Toni Geiling, Geige, Michael Proschek, Mandoline, und Kaspar Domke am Kontrabass hätten wohl noch viel länger durchgehalten, wenn Zeit dafür gewesen wäre.

Es folgte eine farbenfrohe Lektion in orientalischem Bauchtanz. Urlaubsbedingt kam Baharya nur in Mini-Besetzung. Aber dieses weibliche Trio wirbelte über die Fläche und elektrisierte das Publikum.

Lebensfreude pur auch bei Sonia: Die aus Baltimore/Maryland stammende Songwriterin legte ein Kontrastprogramm auf und befeuerte die Zuhörer wieder mit Folk- und Popballaden. Dazu zählte eine Reihe kreativ bearbeiteter Standardwerke. Mit Bob Dylan sei sie verwandt, erzählte sie, und auch dieser Bonus zündete.

Im Gasthaus herrschte derweil rege Betriebsamkeit. Viele Torten- und Kuchenspender sorgten für eine üppig gedeckte Kaffeetafel.

Schon am 11. September beginnt das neue Herbstprogramm: Erwartet werden Liam Merriman und Eoin O'Meachair. Bluegrass trifft geballt auf Folk und zeitgenössische Musik.

Alle Fotos: Roland Barwinsky

Terry Lee Burns ging gleich zu Beginn in Kienberg/Trogen an den Start
Berry P.Foley trat am Vormittag auf
Folkclub-Urgestein Klaus König (r.) mit Monika Meinel
Schon am späten Vormittag war das Veranstaltungsgelände in Kienberg/Trogen gut gefüllt
Es ist vollbracht: Terry Lee Burns und Berry B. Foley trinken nach dem Auftritt erst einmal ein frisch gezapftes oberfränkisches Bier
Aufgrund vieler Spenden wie dieser Torte war auch die Kaffeetafel in Kienberg reichlich gedeckt
Die Seldom Sober Company drückte zur Mittagszeit mächtig aufs Tempo

Als Trio erschienen die Bauchtänzerinnen von Baharya
Baharya drehte mächtig auf
Songwriterin Sonia aus Baltimore war am Nachmittag zu erleben
Herzlichen Dank an alle Besucher

Bayerische Urgewalten auf dem Kienberg/Trogen – Folkclub Isaar startete im neuen Domizil sein Frühjahrsprogramm – IRXN durfte dort erst nach mehreren Zugaben gehen

Kienberg/Trogen.

Nein, diese Premiere des Folkclubs Isaar in seinem neuen Domizil - dem Landgasthof Kienberg/Trogen – ist kaum steigerungsfähig. Erst nach mehreren Zugaben durfte dort IRXN am Samstagabend die eigentlich nicht vorhandene Bühne verlassen. Eine Band, welche seit einiger Zeit die bayerische Folkszene brachial entstaubt und mit ihrem erfrischenden Mix tüchtig durcheinander wirbelt.
Ihre musikalischen Urgewalten entfalteten urbane Kräfte, lebten von heftigen Geschwindigkeiten und scheuten Genre-Grenzüberschreitungen keineswegs. Frontmann Bernie Maisberger(Gesang, Gitarre) erwies sich zudem als guter Moderator, erklärte vorab recht ausführlich die einzelnen Stücke. Oftmals verwendet wurde von den Aufführenden die bayerische Mundart. Alle im Saal fühlten sich sofort „sau wohl“. Obwohl es zu Beginn um die allseits bekannten Schwierigkeiten beim Umgang mit dem Montagmorgen ging. Die Angst gehe um in diesem Land, hieß es kurz danach.  Die müsse vor allem weggespielt werden. IRXN gelang dies mit einem breit aufgestellten Repertoire plus Instrumentarium. Oder mit solistischen Zwischeneinlagen. Beispielsweise von Peter Gschwandtner(Tuba, Hörner) und Trixi Weis(Geige). Der Bandname bedeute so viel wie Kraft. Vielleicht auch Ausdauer und Experimentierfreude. Denn die Gäste wagten an dem Abend fast alles. Da wurde der bekannte CCR-Hit „Have you ever seen the  rain“ völlig neu interpretiert. Bei ihnen spielte die Handlung in Griechenland. Wo eine Trockenheit die ganze Ernte kurzerhand vernichtete. Schnelligkeit sollte durchweg Trumpf sein. So beim Feuertanz oder der Csárdás-Melodie „Zigano“. Da wurde eine unglaubliche Geschichte öffentlich. Weitgereiste „Zigeuner“ tauchten plötzlich in einem beschaulichen Dorf Bayerns auf…
Immer auf Achse, immer unterwegs. Dieses Credo setzte die Band auch nach der Pause konsequent um. Sie trafen unterwegs innig Verliebte oder Wilderer auf der Flucht. Sie beschäftigten sich zuweilen mit der historischen Erbmasse, besangen schwierige Zeiten in vergangenen Jahrhunderten. Und die Heimat ist natürlich schön. Gerade hier im Freistaat. Immer wieder wurde dies in den Songs spürbar. Die Leichtigkeit des Seins traf auf Fernweh. Plötzlich befanden sich alle Anwesenden gedanklich im Banat. Einem multiethnischen Raum in Südost-Europa. Auch deutschsprechende „Schwoben“ zogen einst dorthin und schufen nebenbei eine feurige „Sirba“. Eben einen Volkstanz voller Energie, voller Tatendrang, voller Eleganz. Voller Elan will auch der Folkclub Isaar weitermachen. Man habe starke Partner an der Seite und bereits einige tönende Hochkaräter in den Landgasthof Kienberg/Trogen eingeladen. Am 27.Februar, 20 Uhr, spielt dort Ewan McLennan. Ein schottischer Folkmusiker mit starken politischen Aussagen.

Roland Barwinsky

Red Roots Music beim Folkclub Isaar

Am vergangenen Samstag waren zwei ungewöhnliche Musiker zu Gast in Isaar: die beiden nordamerikanischen Indianer Mitch Walking Elk und Wade Fernandez begeisterten mit Folk, Blues, Rock und mit Liedern aus ihrer eigenen Kultur. Sie erzählten und sangen eindringlich von Schlachten gegen die weißen Eroberer, von eigenen bitteren Erfahrungen, weit mehr aber von Liebe, Freiheit und Spiritualität. Und das taten sie mit enormer Spielfreude, insbesondere Wade Fernandez ist ein hervorragender Gitarrist und Musiker, so bediente er einige Male mit der linken Hand seine elektrische Gibson und mit der rechten eine indianische Doppelflöte. Erst nach dreieinhalb reinen Spielstunden beendeten die beiden sympathischen Musiker den Abend. Damit sind die Konzerte der ersten Hälfte des 25. Jubiläumsjahres beim Folkclub Isaar nun vorbei.
Am Sonntag dem 30. August lädt der Folkclub zum traditionellen Sommerfest ein in den Hof des Gasthauses Isaar, mit viel guter Live-Musik und bei freiem Eintritt.

Eine dunkelschöne Fabelwelt - Mittelalterband bewegte sich in der Meineltenne Hof zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Foto: Dunkelschön - eine angesagte Mittelalterband - spielte am Samstag in der Meineltenne Hof Fotos: Roland Barwinsky

Von Roland Barwinsky

Hof. Es wird gleich dunkel und schön, frohlockten die Einlader vom Folkclub Isaar am 21.März auf der Bühne der Meineltenne Hof. Denn die Gäste freuten sich bereits auf Dankeschön, eine der wohl angesagtesten Mittelalterbands der Region. Sie waren schon mehrfach in Oberfranken und lieferten immer ein musikalisches Kontrastprogramm. Dieses Mal bewegten sie sich unplugged zwischen Romantik und Neuzeit. Bei ihrer klingenden Reise besuchten sie natürlich die sagenumwobenen Kelten, liebten zwischendurch bizarre Naturschönheiten, besangen gern das Wechselspiel zwischen Mond und Erde. Es waren gut in Szene gesetzte Gefühle, die recht ausdrucksvoll dem Publikum präsentiert wurden. Einige Lieder stammten von der letztjährigen CD "Vergehen und werden". Fast schon ein Selbstläufer sind auch die Versionen vom "Spielmann" aus dem Jahr 2011. Und so manches Zauberwort sorgte somit von alleine für eine gewisse Mystik, ja träumerische Stille und Vertrautheit. Frontfrau Vanessa Istvan lieferte spezielle Ansagen und schuf somit Melancholie. Regelrecht fabelhaft wirkten die oftmals zu beobachtenden rasanten Geschwindigkeitssprünge. Leise Träumereien, mit Hilfe von Harfe und Cello akustisch brillant in Szene gesetzt, wechselten mit druckvoller Eruption. Dabei halfen gern die Nyckelharpa und unterschiedlichste Flöten. Über dem Konzert schwebte durchgängig ein frischer Wind. Jetzt im Frühjahr sei die Band nämlich besonders agil. Die Natur erwacht eben - wieder einmal. Dieses nie langweilig werdende dunkelschöne Schauspiel traf den Nerv der Anwesenden, welche sich natürlich einen ausgiebigen Zugabenteil erklatschten.

Für den gastgebenden Folkclub gehörte dieses Konzert zu einer Reihe von speziellen Angeboten anlässlich des 25jährigen Bestehens dieses Vereins. Weitere hochkarätige Kultursachen werden folgen. Steve Skaith, der Sänger von Latin Quarter, kommt am 23.April nach Isaar. Die schottische Folkband North Sea Gas macht dort am 9.Mai mächtig Druck. Höhepunkt ist aber das große Sommerfest am 30.August mit Weißwurstfrühstück, Bier und Kaffee, viel Livemusik und duften Erinnerungen an ein Vierteljahrhundert Folkclub Isaar. Infos unter www.folkclub-isaar.de

Familientreffen in Isaar - Tannahill Weavers mit schottischem Humor und druckvollen Spiel im Folkclub

Lorne MacDougall am Dudelsack ist tönender Treibsand
John Martin (Geige, Cello, Viola) und Phil Smilie (Flöte, Bodhran)
Foto: Roland Barwinsky

Von Roland Barwinsky
 
Isaar. Nein, die Tannahill Weavers muss man in Isaar nicht groß vorstellen. Sie waren dort schon öfters. Man kennt sich untereinander ganz gut. Schon im Wirtshaus schwelgten am Samstagabend einige Fans mit Bandmitgliedern in Erinnerungen. Und kurz danach im Saal ging die Plauderei munter weiter. Als die schottische Folkrocklegende die dortige Bühne enterte, war klar, dass sie vor Ort zu den absoluten Sympathieträgern zählen. Die Gäste im vollbesetzen Raum klatschten, stampften mit den Füßen und freuten sich auf Kommendes. Bereits beim ersten Instrumentalwerk stand auch fest, warum das so ist. Lorne MacDougall und sein kräftiges Dudelsackspiel durchdrang unerbittlich das Areal. Dem konnte sich niemand wirklich entziehen. Aufrüttelnd klang das Ganze. Obwohl er eigentlich rechts am Rand saß, sollte sein Einsatz wie gewohnt zentrale Bedeutung haben. In den 1970er Jahren und noch ohne ihn - er ist erst seit Kurzem dabei - führten die Tannahill Weavers dieses Instrument erfolgreich in die Folkmusik ein. Vielleicht nicht brachial, aber mit einer bemerkenswerten Langzeitwirkung. Damals trafen die "Tannies" den Nerv des Publikums - überall. In ihrer Heimat sowieso, auch in Deutschland und sogar in England.
Für die kleinen netten Geschichten zwischendurch war wiederum Roy Gullane(Gitarre, Gesang) zuständig. So kündigte er einen Song von der allerersten gruppeneigenen LP an. Damals gab es überall noch schwarze Pizzas. Also Langspielplatten mit vielen tönenden Gewürzen. Danach ging es mit Geschwindigkeit, mehreren Instrumenten und partiellem Satzgesang weiter. Selbstverständlich wurden auch Einladungen verteilt. Die Gäste durften mehrmals Mitsingen. "Ladio" oder so ähnlich summten plötzlich Dutzende Kehlköpfe.  Das vorgestellte Repertoire bewegte sich zwischen Tradition, Heimat sowie Menschlichkeit. Station machte das Quartett selbstverständlich in Glasgow. Dort sei ein Zombie-Film gedreht wurden. Schmunzelnd nahmen alle diese wichtige Botschaft zur Kenntnis. Aber ein wenig schrill geht es in dieser Stadt immer zu, auch außerhalb der beschriebenen pittoresken Dreharbeiten. Phil Smilie(Querflöte, Bodhran) sowie John Martin(Geige, Cello) entfalteten sich besonders bei den etwas leiseren Balladen. Wohl auch deswegen, weil der Dudelsack da einmal in einen Sekundenschlaf versank. Die schottischen Gäste erinnerten natürlich an ihren Namensgeber, den aus einfachen Verhältnissen stammenden Robert Tannahill(1774-1810). Und an Robert Burns(1756-1796), den dichtenden Nationalhelden ihrer Heimat.

Henry Girls heizen in Isaar ein

Die Schwestern Karen, Lorna und Jolene gaben am Buß- und Bettag im Folkclub Isaar ihr erstes Debut und feuerten dem oberfränkischen Folkpublikum regelrecht ein. Der Funke sprang schon über als die Henry Girls die Bühne betraten, da die Mädels humorvoll und musikbegeistert dem Publikum gegenüber standen. Als Virtuosen an der Harfe, der Geige, dem Klavier und dem Akkordeon überzeugten die Schwestern mit historischen irischen Liedern, denen es an Wehmut und Melancholie nicht fehlt. Spritzige Rhythmen aus dem Swing der 30er Jahre sorgten für eine gelungene Abwechslung im Saal des Folkclub Isaar. In der Folkszene momentan wohl kaum erreichbar von anderen Bands ist die Stimmkraft der Henry Girls. Der mehrstimmige Gesang der Schwestern verursachte bei den Zuschauern regelrecht einen Ansturm der Begeisterung.
Diese Band brachte musikalisch Wärme aus dem irischen Donegal in die trübe Novemberstimmung des Publikums. Zum Glück leisteten die Henry Girls am Ende des Abends das Versprechen, nicht zum letzten Mal auf der Bühne in Isaar gastiert zu haben.

Elke Rost

Musik ist Kraft zum Überleben - Guido Gohs Stimme durchdrang am Samstagabend den Saal im Folkclub Isaar

Guido Goh trat erstmals im Folkclub Isaar auf. Neben dem Klavier spielte er auch die Sisa, ein umgebautes Saiteninstrument
Foto: Roland Barwinsky

von Roland Barwinsky
 
Isaar. Ein Samstagabend im November kurz nach 20 Uhr: Ein Mann war dunkel gekleidet. Er hatte sogar eine Mütze auf. Und er brachte eine Stimme mit, die problemlos den ganzen Saal des Folkclub Isaar durchdrang. Guido Goh präsentierte bei seinem Debütkonzert in Oberfranken Musikstücke mit denen der Gast selbst die Kraft zum Überleben findet. Seit 2008 arbeitet der Künstler bereits solistisch. Nun wolle der Hamburger seine hohe Kunst von den Norden unserer Bundesrepublik in den Süden schaffen.
Voller Elan nahm der Alleinunterhalter deswegen seinen Platz hinter dem Flügel ein. Nein, er tastete sich erst gar nicht an das Klavier heran. Im Gegenteil: Sein Spiel klang sofort exzessiv. Die Hände waren dabei über Kreuz. Nach gefühlten drei Minuten erhellte ein Gesang voller Oktaven den Raum. Schrille Töne klopften bei den Seelen der Zuhörer an. So emotional klang das kulturelle Angebot des Weitgereisten. Ja, recht kraftvoll sollte dieser Auftakt sein. Bei dem ersten Song handelte es sich um ein Liebeslied. Wahrscheinlich war die darin geschilderte Beziehung recht heftig. Denn der Interpret sang englisch, moderierte in Deutsch, bot druckvolle Wendungen und teilweise brachial erscheinende musikalisch Brüche an. Düsternis sollte das Angebot trotzdem nicht vermitteln. Noch nicht!
Guido Goh fasziniere das Thema Wechsel. Bei seinen Freunden in Hamburg komme er mit seinen musikalischen Produkten darüber recht gut an. Nun muss neues Land erobert werden. Und der Mann machte seine Anliegen zuweilen mit einer gewissen Dramatik öffentlich. So wurde an eine angebliche Begegnung mit dem Sensenmann mit Hilfe dunkler Töne erinnert. Jetzt hämmerte der Künstler regerecht auf den Flügel. Die Finsternis hatte ihn fest im Griff. Eine frohe Botschaft, dass sich die dunkle Gestalt vorerst verzieht, löste wenig später den gefühlten Knoten im Hals.
Für die Suche nach dem Sinn des Lebens hatte sich Goh noch etwas Spezielles ausgedacht. Gezeigt wurde dem Publikum jetzt seine indische Sisa. Dabei handelte es sich um eine Saiteninstrument-Spezialanfertigung. Nun erhellte sich der Konzertablauf. Sanftmütige wurden beglückt. Wenig später obsiegte erneut Leidenschaft pur. Klar, der Musiker nutzte dafür wieder das Klavier. Als besonderes Geschenk für die Gäste hatte Guido Goh zum Abschied eine eigene Version des Stones-Klassiker "Paint it black" mitgebracht. Live dürfen das natürlich alle spielen. Aber der Hamburger darf mehr. Er hat sich von dem Label EMI in den USA die Erlaubnis geholt, um das Lied auf einer eigenen CD zu veröffentlichen.

Mehr als nur zwei Hände und zehn Finger - Elliot Morris mit bemerkenswertem Debüt im Folkclub Isaar

von Roland Barwinsky
 
Isaar. Ein Mensch hat bekanntlich zwei Hände mit zehn Fingern. Dies ist bekannt. Elliot Morris, ein Gitarrist der aufstrebenden britischen Acoustik-Szene, wollte aber diesen Tatbestand an einem Oktobersamstag im Folkclub Isaar brachial außer Kraft setzten. Denn bei seinem Spiel gewann man schnell den Eindruck, dass da auch noch andere Kräfte mitwirkten und ihn inspirierten. Es entstand auf der Bühne schnell Druck durch virtuose Vielfalt. Die Klangfarben wechselten mit rasender Geschwindigkeit. Zwischendurch gab es Ansagen. In Englisch. Denn unsere Sprache könne er nicht. Noch nicht. Morris kam schnurstracks von Hamburg und einen Zwischenstopp in Holland hierher und wolle nun erstmals in Oberfranken durchstarten.
Sein Set bestand beispielsweise aus irischen Songs. Ein feines Land sei das. Er besang kurz danach Leute, die mit ihn touren wollten und es sich dann plötzlich anders überlegten. Dies müsse doch an die Öffentlichkeit. Überhaupt fiel auf, dass der Mann auf der Bühne - die Augen blieben dabei fast immer geschlossen - allerhand merkwürdige Typen vorstellte. Die ihm vielleicht schon begegnet sind. Die er vielleicht erst noch treffen wird. Entspannung gab es selbstverständlich auch. Mit Hilfe von Instrumentalstücken. Langsame und schnelle waren dabei. Besinnliche Passagen wurden durch druckvolle Zwischenspiele abgelöst. Im zweiten Teil ging es oftmals noch ein wenig dynamischer auf der Bühne zu. Hände und Finger konnten jetzt wirklich nur noch erahnt werden. Kurz danach wirkte der weitgereiste Gast liebenswert nachdenklich, fast schon melancholisch. Beispielsweise bei einem Kuschellied mit etwas Schmerz. Nein, der Beifall der Gäste war nicht brav. Sondern vor allem herzlich. Die Zuhörer lernten diesen Abend ein Talent kennen, welches auf Anhieb überzeugen konnte.

Foto: Elliot Morris spielte erstmals im Folkclub Isaar und sorgte dort für ein bemerkenswertes Debüt Foto: Roland Barwinsky  

Werner Lämmerhirt zu Gast beim Folk Club in Isaar, am 27.09.2014

Bild Norbert Neugebauer. Text Klaus König.

Bereits beim ersten Akkord sprang der Funke über ins Publikum. Jeder im Saal merkte sofort, dieser Mann beherrscht die Technik der leisen Töne. Dazu benötigt er keine großartige Technik und teure Elektronik. Er ist die Technik und seine Gitarren danken ihm mit befreiender Spannung und wunderschöner Akustik. Fast nebenbei erzählt er einige Episoden von der Familie (seine Frau ist die Herrscherin über den neuen Specksteinholzofen in seiner Heimat Niedersachsen....und durch Tochter Laura wurde er zweifacher stolzer Opa). Die tiefsinnigen Texte der Lieder " Wie der Hase so läuft... der Kalte Krieg ist noch lange nicht beigelegt...hab gehört, das Wetter wird wieder schlechter....Abschied von Freund Knut....Bergland an der Küste...uvm, dazu sarkastisch die Einwendung "wenn man das spielen kann, ist es 'ne geile Nummer" zeigen die wahre Größe der Interpretationen.

Das Publikum mag ihn, den Gitarren-Guru Werner Lämmerhirt, reif an Jahren, aber kein bisschen müde! Wir wünschen ihm noch viele Auftritte und weiter schöne Urlaube in Frankreich bei "Hirn in Aspik“.

Forgotten Freaks – Konzert des Folkclub Isaar, 12.9.2014, Meinel Tenne

Rund 100 Besucher kamen zum Konzert der Forgotten Freaks in die Meinel Tenne.
Eingeladen hatte der Folksclub Isaar. Es wurde viel getanzt, sogar ein Tanz wurde vor Ort einstudiert. Die Forgotten Freaks - bestehend aus Anne Adler (Geige, Gesang), Andy Lang (Gesang Keltische Harfe Gitarre), Norbert Hiller (Quer- und Blockflöte, Akkordeon, Piano, Gesang), Bernd Vogel (Bass und Gesang) und Stefan Luschner (Drums) - waren die "Shooting Stars" des Folk Revivals im Franken der 90er Jahre und räumten zusammen mit ihren Erlanger Kollegen Fiddlers Green mächtig ab.
Die 5 Nürnberger Profimusiker um Frontman Andy Lang kombinierten intelligentes songwriting mit witzigen Arrangements und ganz viel irischem Spirit und unbändiger Spielfreude. Die Nürnberger Nachrichten nannten sie "Die neuen Meister des Alternativ Folk" .  2013 feierten die Forgotten Freaks ihr 20 Jähriges Gründungsjubiläum mit einer limitierten Revivaltour auf der ausverkauften Luisenburg. Die Forgotten Freaks machen leidenschaftliche Musik aus dem Herzen,  die die die Welt verändert!

Text und Bild: Daniel Müller

Spaß im Dauerregen - Folkclub Isaar feierte trotz misslicher Begleitumstände sein Sommerfest!

Los ging es mit Barry P.Foley
Trotz Dauerregens verließ den Verein nie der Spaß
Ein Zelt sorgte für Trockenheit
John Kirkbride brachte den Blues
Gern gesehen und bejubelt: die Bauchtanzgruppe Baharya
Memory Pain übernahm das musikalische Endspiel
Memory Frontmann Ralf Kaiser
Elke Rost griff zur Luftgitarre...

"Ob´s regn´t oder schneit, oder was die Sonne auch macht, beim Folkclub Isaar wird immer gelacht", schrieb Vereinsmitglied Klaus König beherzt auf ein weißes Blatt. Er wollte damit nicht nur auf die misslichen Begleitumstände beim Sommerfest hinweisen, sondern zugleich den durch nichts zu bremsenden Optimismus seiner Mitstreiter öffentlich machen. Durchgängig mussten die Ausrichter und Besucher am 31.August mit kühlen Temperaturen und dem nervigen Dauerregen kämpfen. Vorab wurde alles akribisch vorbereitet. Der Platz neben dem Gasthof wirkte aufgehübscht. Die Bühne für die Künstler war selbstverständlich wetterdicht. Ein Zelt sorgte für trockene Sitzgelegenheiten. Somit siegte der Spaß und der geplante Programmablauf funktionierte.
Am späten Vormittag kämpfte zunächst Folkbarde Barry P.Foley und John Kirkbride mit bluesgetränkten Songs unerbittlich gegen die Witterung an und versorgten das Publikum mit vielen Gute-Laune-Schüben. Besonderen Mut bewiesen danach die Frauen von der orientalischen Tanzgruppe Baharya. Sie bestritten bei eher herbstlichen Temperaturen ihren Auftritt im Freien und wurden dafür mit viel Beifall bedacht. In Isaar kennt das Publikum die Gruppe bereits. Schon mehrmals gingen sie hier an den Start und sorgten erneut für die Sinne belebende farbenfrohe Einlagen. Memory Pain - die mit Rockklassikern das musikalische Finale übernahmen - hatten schon am Morgen ihre hoch empfindliche Anlage im Saal aufgebaut. Dort begeisterten sie am Nachmittag die Anhängerschaft und Elke Rost, die beherzt zur Luftgitarre griff und für diesen Gig bejubelt wurde.
Abgesichert haben das Ereignis viele Freiwillige, welche beispielsweise die Versorgung sicherten, sich um die Technik kümmerten, die Gäste bedienten oder beim Kuchenverkauf halfen. Viele Backfrauen spendeten erneut für dieses Fest und brachten ihre süßen Versuchungen in den Gastraum, wo die Torten dann verkauft wurden. Trotz der Umstände lief auch das ganz gut.
Vorstand Horst Ortmann blickte abschließend bereits voraus. Nächstes Jahr feiert der Folkclub Isaar seine Silberhochzeit ganz groß. Der Verein bereite dafür ein ganz besonderes Kulturangebot vor, hieß es. Zunächst startet das neue Herbstprogramm. Bis einschließlich Weihnachten organisieren die Folkliebhaber sechs Auftritte. Bereits am 12.September spielen die Forgotten Freaks in der Tenne der Meinel Brauerei Hof. "Das ist mehr als nur Irish-Folk vom Allerfeinsten", so Ortmann. Die Band aus Nürnberg gehörte in den 1990er Jahren unstrittig zu den Vorreitern des Folk Revivals in Franken und beehrten seinerzeit natürlich auch Isaar. Frontmann Andy Lang - vor wenigen Monaten war er hier solistisch zu erleben - verspricht einen unterhaltsamen Abend mit druckvollen Liedern, witzigen Arrangement und vielen Erinnerungen.

Der Vorverkauf läuft bereits.

IRXN - Im Innenhof der Meinel Brauerei

... ein lauschiger (Nach-Fußball-) Abend, mit oberbayerisch fetzigem, temperamentvoll urwüchsigem Folk-Rock.

Hier schon einmal die Fotos zum Fest (Bericht folgt): IRXN in der Meinel-Brauerei

 

 

 

 

Schottischer Humor gepaart mit Spielfreude - North Sea Gas trat in Isaar vor ausverkauften Haus auf

Foto: North Sea Gas mit Dave Gilfillan, Grant Simpson und Ronnie McDonald (v.l.) begeisterten im Folkclub Isaar Foto: Roland Barwinsky

von Roland Barwinsky
 
Isaar. Nein, Anfang Mai ging im Saal von Isaar wirklich gar nichts mehr. "Wir haben sogar noch Stühle herbeigeschafft und auch der Eingangsbereich war voller Leute, die zum Konzert wollten", resümierte eine zufriedene Elke Rost vom einladenden Folkclub. Kurz nach 20 Uhr legte North Sea Gas dort ein atemberaubendes Programm vor. Spielfreude gepaart mit dem speziellen schottischen Humor war erneut fest eingeplant. Problemlos erreichte das Folktrio aus Edinburgh das Publikum, welches bei fast jedem Song mitging und die Akteure auf der Bühne feierte. Frontmann Grant Simpson sorgte außerdem mit seiner lockeren deutsch-schottischen Moderation für zusätzliche Gute-Laune-Schübe. Das vorgestellte Programm "Scotlands Choice" bestand aus vielen Liedern ihrer 16.CD "The Fire and the Passion of Scotland". Die natürlich auch käuflich erworben werden konnte. Irgendwie bereitete der Abend sowohl den Leuten auf und vor der Bühne viel Freude.  Denn im 35.Jahr ihres Bestehens lockten diese Schotten mit Spielwitz, wirkten angenehm frisch und cool sowie recht munter. Je nach Bedarf wechselte das Trio die eingesetzten Instrumente. Gitarre, Bouzouki, Fiddle, Banjo, die Rahmentrommel Bodhran sowie Satzgesang brachte das Publikum somit flugs in die Highlands und selbstverständlich auch wieder zurück. Auf dieser Reise erfuhren die Zuhörer einiges über gewonnene und verlorene schottische Unabhängigkeitsschlachten oder das besondere Verhältnis dieses Landes zu England. Ergebnis: Mit stehenden Ovationen wurde die Folkgruppe gefeiert und lieferte als Dankeschön prompt einen ausgiebigen Zugabenteil.

Leise Balladen und gefühlvolle Inhalte - Pernille und Stephen Quigg gastierten am Samstag erstmals in Isaar

Foto: Ein gelungenes Debüt gelang am Samstag dem Folkduo Pernille und Stephen Quigg in Isaar Foto: Roland Barwinsky

von Roland Barwinsky
 
Isaar. Natürlich verlassen Künstler in Isaar die dortige Bühne zumeist erst nach mehreren Zugaben. Auch am vergangenen Samstagabend wurde an dieser schönen Regel nicht gerüttelt. Erstmals gastierte dort Pernille und Stephen Quigg. So unbekannt war aber zumindestens der männliche Teil dieses Duetts nicht. Denn Stephen Quigg ist seit Jahrzehnten recht erfolgreich als Folksänger unterwegs. Lange Zeit trat er mit den berühmten "McCalmans" auf. Einer Formation, die natürlich auch im Folkclub Isaar zu Gast war. Zusammen mit seiner Frau Pernille, die ursprünglich aus Dänemark stammt, hatten sie für den Auftritt ein balladeskes Repertoire vorbereitet. Manchmal sangen sie gemeinsam, oft aber abwechselnd solistisch. Mit Humor geizten beide Künstler während des Konzert erwartungsgemäß nicht. Besonders in den Momenten, wo es um die pittoreske Geschichte Großbritanniens ging. Zur akustischen Verstärkung wurde in solchen wichtigen Momenten auch die Bodhran, eine Rahmentrommel, eingesetzt. So erfuhren die Zuhörer plastisch, dass die Schotten einst große Siege feiern durften. Natürlich gegen die Engländer. Aber das sei lange her.
Wenig später siegten ganz andere Gefühle. Der Song "Loch Lomond" - ein weithin bekanntes Traditional - lud zum Träumen ein. Es folgte ein Lied von Pete Seeger. Natürlich prangerte der Text den Krieg an. Spätestens jetzt erreichte auch ein bestimmtes Flair den oberfränkischen Saal. Denn einst war Folk weit mehr als nur Musik. Damit wurden gern allerhand politische Botschaften übermittelt. Kurz vor Toreschluss gab es noch a capella vom Allerfeinsten. Kurzum: Einem Duett gelang mit dieser Vorstellung ein schönes Debüt in Oberfranken.

Latin Quarter begeistert erneut im Folkclub Isaar

Steve Skaith und Greg Harewood (von rechts) lieferten mit ihrer Band Latin Quarter am Dienstag ein gutes Konzert im Folkclub Isaar ab.

Isaar. Nach dem überraschenden Gastspiel 2012 gastierte die britische Band Latin Quarter am Dienstag nun zum zweiten Mal im fast vollbesetzten Folkclub in Isaar.

Diesmal zwar ohne Support Act, aber dafür mit dem bekannten Session-Drummer und Perkussionisten Martin Dicham. Im diesjährigen Programm darf der Auftritt der renommierten Gäste wohl als Höhepunkt gelten. Mit einer längeren Pause besteht die Combo seit nunmehr 30 Jahren und legt auf dieser Tour die Songs des jüngsten Albums „Tilt“ vor, gut gemischt mit Titeln des Vorgängers „Ocean Head“ und den bekanntesten Stücken der früher sehr erfolgreichen Karriere. Weder am generellen Erscheinungsbild noch am Sound hat sich viel geändert – warum auch? Die alten Fans wollen sicher keine Experimente und neue werden sich mit dem nicht gerade mehr angesagten Genre einer vermeintlichen „Politband“ kaum gewinnen lassen. Ja, auch die aktuellen Songs sind natürlich noch zum Teil sozialkritisch, aber Steve Skaith und seine Bandmates haben jegliche Agitation in dieser Richtung lange hinter sich gelassen. Die Stimmung im neu bestuhlten Saal war von Beginn an sehr kontaktfreudig, was die zunächst etwas reservierten Engländer schnell auftauen ließ. Dass statt des Drum-Computers ein echter Groover den Platz auf der engen Bühne mitbeanspruchte, wirkte sich durchaus positiv aus, ohne dass dafür ein höherer Lautstärkepegel in Kauf genommen werden musste. Unauffällig, aber akzentuiert, legte Martin Dicham zusammen mit Basser Greg Harewood eine solide Basis für die Songs, deren Pop-Sound maßgeblich von Keyboard und Melodica von Steve Jeffries geprägt ist. Die Leadvocals teilte sich Steve Skaith mit der attraktiven Yona Dunsford, oftmals auch im Duett.

Vordergründig sind die Latin Quarter-Stücke eingängig und mit flotten Melodien ohne große Ecken leicht konsumierbar. Dahinter stehen jedoch kritische, sensible Texte, mal lakonisch, mal warmherzig und mitfühlend, aber auch beißend ironisch. Dank einer ausgewogenen Abmischung und dezenten Beschallung im Saal waren sie gut zu verstehen. Die neuen Songs im bewährten Arrangement haben vielleicht nicht die Zugänglichkeit der letzten, zumal sich Skaith & Co wenig anstrengten, sie den Zuhörern besonders schmackhaft zu machen. Über die Zeit ist das Band-Repertoire kaum von großen Stilwechseln geprägt, daher reagierte das Publikum wohl gerade auf die wenigen verhalteneren Titel besonders aufmerksam. Vor allem, wenn Steve Skaith die Gitarre weglegte und mit poetischer Gestik seinen Gesang unterstrich. So war sein introvertiertes „Voices Inside“ ein Highlight des Abends. Der Mann mit den kurzen grauen Locken hat noch immer Charisma, wenngleich nach drei Jahrzehnten Bühnenroutine wohl etwas abgenutzt. Die großen Hits der Vergangenheit wie „Radio Africa“ und „New Millioniares“ kamen zum Ende des Auftritts und wurden entsprechend von den Fans begrüßt. Aber auch sonst sparte das Publikum nicht mit Applaus und ließ Latin Quarter erst nach mehreren Zugaben von der Bühne des Folkclubs, der heuer auf sein „Fünfundzwanzigstes“ zusteuert.

Norbert Neugebauer


Kein Rotkäppchen und mit normalen Repertoire - Sound of Sisters am 2. Weihnachtsfeiertag im Folkclub Isaar

Von Roland Barwinsky
 
Isaar. Eigentlich sollten am 2. Weihnachtsfeiertag im Folkclub Isaar neue Fragen zu dem alten Klassiker der Gebrüder Grimm namens "Rotkäppchen" gestellt werden. Aufgrund mehrerer Erkrankungen konnte aber "Sound of Sisters" - hier in Oberfranken auch bekannt unter dem Begriff "Soni Sororum" - ihre kreative moderne Fassung dieses Märchens nicht anbieten. Ausgefallen war nämlich unter anderem auch der Hauptdarsteller. Das angekündigte "schöne Theater der singenden Schwestern" fand deshalb nicht statt. Übrig geblieben und einsatzfähig waren von dem kulturellen fränkischen Familienbetrieb "nur" die Mutter Angela Lang mit ihren Töchtern Marie, Sophie, Nadja und Silvie. Dieses Damen-Quintett präsentierte deshalb einen normalen Konzertabend mit dem Standard-Repertoire, wie es zu Beginn hieß.
Der Auftritt begann mit einem ukrainischen Lied. Danach sang die Familie über drei Raben. Um was es genau ging, erfuhren die Gäste schon vorab. Denn das Publikum hörte eine Übersetzung des Textes von Theodor Fontane. Die Programmgestalter auf der Bühne achteten durchgängig auf Kontraste. Ja, es gab oft ausgiebige stilistische Sprünge. So hatten sie Mitklatschnummern - beispielsweise "Ring of Fire" von Johnny Cash - genauso mitgebacht wie balladeske, teilweise recht melancholische schottische Volkslieder aus dem 17.Jahrhundert. Romantik pur blitzte dann bei dem flämischen Lied "Brautsnacht" auf. Zumal Marie Lang jetzt mit dem Cello passende Begleittöne beisteuerte. Ein Gospel drückte ihre Nähe zu christlichen Werten aus. Lustig wurde es kurz vor der Pause, als die Band mit Maskerade und voller Tatendrang gedanklich in den Dschungel zog. Musikalisch breit gefächert ging es ebenfalls im zweiten Teil weiter. Nun wurde zumindestens einmal über den Wolf gesungen. Französische Lieder luden wenig später zum Träumen ein.
Der gastgebende Folkclub konnte seinem treuen Stammpublikum außerdem das soeben gedruckte neue Frühjahrsprogramm vorstellen. "Im ersten Halbjahr 2014 haben wir insgesamt sieben Livekonzerte", wusste Vorstand Horst Ortmann. Eingeladen wurden von seinem Verein unter anderem Ben Sands(29.März), Latin Quarter(8.April) sowie North Sea Gaz(3.Mai). Start der frischen Livestaffel ist aber bereits am 15.Februar mit Kai Degenhardt. Natürlich macht er wie sein berühmter Vater Franz Josef Degenhardt politische Lieder. Mit ihm habe er viele Jahre als Arrangeur und Gitarrist zusammen gearbeitet. Seit 1987 wirkte dieser Künstler übrigens an sämtlichen Alben seines Vaters mit. Seit 1997 veröffentlichte Kai Degenhardt zudem fünf eigene CDs. Die letzte "Näher als sie scheinen" erschien im Frühjahr 2012. Die Jury der Liederbestenliste wählte diese Produktion zur "CD des Monats" und die Vereinigung Preis der deutschen Schallplattenkritik bewertete sie als "eine der künstlerisch herausragenden Neuveröffentlichung des Tonträgermarktes". Alles Infos zum Folkclub und Kartenwünsche unter www.folkclub-isaar.de

Fotos: R. Barwinsky

Marie, Nadja, Sophie und Silvie Lang(v.l.) traten als "Sound of Sisters" in Isaar auf

 

 

Virtuoses Harfenspiel und leise Gitarre - Andy Lang erinnerte in Isaar an eigene Karriere-Anfänge und entführte sein Publikum auf die Hebriden


Von Roland Barwinsky
 
Isaar. Dieser Saal sei für ihn ein besonderer Ort, freute sich Andy Lang am Samstagabend in Isaar zu Beginn seines Auftritts. Denn vor fast 20 Jahren gastierte er hier mit seiner ersten Band - den Forgotten Freaks - schon einmal. Mittlerweile ist Lang volljährig geworden, wie es hieß. Auf der Bühne leuchteten zwei riesige Kerzenständer. In der Mitte stand die keltische Harfe. Der Künstler lud das Publikum ein, mit ihm gedanklich nach Irland und Schottland zu reisen. Die Mehrheit der Titel waren instrumental. Zunächst ging es auf die Hebriden, einer die Sinne anregenden Inselgruppe vor der Nordwestküste Schottlands. Für Lang ultimativ ein Ort der Sehnsucht. Er habe sogar eine Platte mit hebridischen Winterliedern aufgenommen. Produziert wurde diese rechtzeitig vor Weihnachten - bei 36 Grad Lufttemperatur im Schatten. Wenig später lobte der unterhaltsame Gast mit Robert Burns den wegweisenden schottischen Nationaldichter aus dem 18. Jahrhundert. Das konzentriert zuhörende Publikum erfuhr außerdem etwas von seinen Pilgerreisen nach Irland, wo jeder zusteigen und mitmachen darf. Seine keltische Harfe klang dazu virtuos, multiplizierte zugleich persönliche Träumereien. Zwischendurch wurde dieses Instrument allerdings mehrfach durch die Gitarre ersetzt. Aber auch dieser Austausch änderte nichts an der eher besinnlichen Grundstimmung. Sogar ein deutsches Lied erfreute jetzt die Zuhörer. Aber Andy Lang fällt es nach eigenen Aussagen schwer seine Heimatsparache künstlerisch zu verwenden. Denn er sei ja eher ein Romantiker und keiner für die politischen Lieder.
Seine Tour ging indes weiter in die neue Welt. Dorthin, wo irische Immigranten auf einen "grünen Hügel" an so etwas wie Heimat denken. Irgendwo in Chicago oder anderswo gebe es tatsächlich solche Orte. Trauriges berichtete der Virtuose auch. So sprach und sang er von Hungersnöten, von der Kartoffelpest, von vernichteten Ernten. Zum Schluss siegten aber eher frohe Botschaften. Wie die vom milden Februar in Irland. Man sollte sich einfach in München ins Flugzeug setzen und erst in Cork aussteigen. Zwischen beiden Orten liegen nicht nur viele Kilometer, sondern oftmals auch erhebliche Temperaturunterschiede. In Deutschland habe quasi der Winterdienst noch allerhand zu tun, während die grüne Insel schon wieder anfängt zu blühen.   

Recht kokett, gleich ans Korsett

Bild: von links Jürgen Schultz, Marianne Lang, John Groos

Isaar. Am Samstag, den 5.10. gastierten Marianne Lang, Jürgen Schultz und John Groos auf der Bühne des Folkclub Isaar. Ihr Programm stand unter dem Motto: Frisch, frei und frivol, all diese Kriterien wurden von den Künstlern mehr als überzeugend auf der Bühne ausgelebt. Das Publikum erlebte Kunst- und Operettenlieder (Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben, im Theater ist was los) sowie Gedichte auf höchstem Niveau (Über die Verführung von Engeln). Manch lyrische Interpretation hielt nicht halt vor der Gürtellinie. Marianne Lang und Jürgen Schultz bewegen sich seit Jahrzehnten sicher und wandelbar wie Chamäleons auf der Bühne, das Publikum war begeistert von ihrer gelebten Koketterie.  In Zyklen wurden Themen wie der Kuss, die Jungfräulichkeit, die Lüge in der Beziehung, Affären, Striptease und der Furz sowohl literarisch als auch musikalisch beleuchtet. Das Publikum dankte intim-öffentlich mit Lachsalven und Beifallsstürmen für einen erfrischenden Abend, der eben alles andere als pure Operette bot. Diese Künstler machen sich die Welt zur Bühne und man wird sie noch oft und lange aus dem Zuschauerraum bewundern dürfen.

 

 

Erst getrennt, dann vereint - Show of Hands live in Meinel Tenne Hof - Akustik-Duo überzeugte mit breitem Repertoire

Steve Knigthley von Show of Hands
Phil Beer von Show of Hands
Miranda Sykes am Kontrabass
Show of Hands live in der Meinel Tenne Hof

Hof. Nein, unbekannt ist Show of Hands in Oberfranken längst nicht mehr. Im Programm des Folkclubs Isaar sind sie seit 2005 eine konstante Größe. Anfangs reichte der kleine Saal in diesem Dorf bei ihren Auftritten noch aus. Seit Jahren aber nutzt der Verein bei den Gastspielen des englischen Akustik-Duos die Tenne der Meineltenne Hof. Ein Domizil, welches am Freitagabend gut gefüllt war und zugleich Atmosphäre ausstrahlte. Die entstand auch, weil die Veranstalter deftige Speisen anboten.
Das Publikum erlebte im ersten Teil ein Trio, welches anfangs solistisch agierte. Nacheinander betraten Steve Knightley, Phil Beer und Miranda Sykes die Bühne. Jeweils rund 15 Minuten spielten sie und zeigten beachtenswerte Individualleistungen. Allesamt wären wohl in der Lage problemlos als Alleinunterhalter zu bestehen. Es war vor allem die Zeit der leisen Töne, der nachdenklichen Inhalte und gefühlvollen Balladen. Klar, die Mitwirkenden setzten dabei auf ein breites Instrumentarium. Nach der Pause ging es mit britischen Humor und einem Mix ihres doch recht facettenreichen Repertoires weiter. Denn seit über zwei Jahrzehnten setzt das Duo im Folkbereich hohe Maßstäbe. Jetzt siegte oft urbane Lebensfreude, der Spaß am Dasein. Musikalisch ausgedrückt wurde dies durch eine stärkere Besinnung auf die keltisch-britischen Folktraditionen und einem oftmals extrem kräftigen Gesang. Besonders druckvoll klang es, als alle drei Künstler gemeinsam ihre Stimmen einsetzten. Show of Hands hatte natürlich nicht nur die den Gute-Laune-Pegel anheizenden Mitklatschsongs mitgebracht, sondern im Gepäck befand sich auch recht viel Nachdenkliches. Miranda Sykes am Kontrabass lieferte dazu die ruhigen Zwischenspiele. Neben Liebesliedern voller Melancholie sowie Songs über außergewöhnliche Typen, gehörte Sozialkritik zum Programm. Antikriegslieder ergänzten beispielsweise die thematische Vielfalt. Zugaben gab es wie immer und das Publikum feierte die Künstler mit viel Applaus. Und obwohl schon das Licht anging und Musik vom Band lief, kam das Trio nochmals zum Singen auf die Bühne. Anschließend nutzen viele Gäste die Möglichkeit sich mit den reichlich vorhandenen CDs dieser Band bzw. von Soloproduktionen ihrer Mitglieder einzudecken.

Von Roland Barwinsky

 

 

Seldom Sober Company überzeugte zum Finale - Sommerfest des Folkclubs Isaar erst im Freien und dann im Saal - Herbstprogramm vorgestellt

Isaar. Zum Abschied des diesjährigen Sommerfestes des Folkclubs Isaar zeigte sich Elke Rost vom einladenden Verein erleichtert. Zufrieden resümierte sie, dass das Publikum auch nach dem einsetzenden Regen blieb und gemeinsam mit den Veranstaltern in den Saal des Gasthofes umzog und weiter feierte.  Dort erlebten alle ein treibendes musikalisches Finale. Denn die Seldom Sober Company aus Halle wusste durchweg, wie man ein Publikum glücklich macht. Nämlich mit viel Irish Folk, unterhaltsamen Wortbeiträgen zwischen den Titeln sowie einem Dudelsack, der nur ganz selten Pause hatte. So etwas sorgte immer wieder für Gute-Laune Schübe in dem gut gefüllten Domizil. Die beengten Platzverhältnisse hinderten vorab auch die Bauchtanzgruppe Bahariya nicht, ihr Repertoire anzubieten. Natürlich mussten sie ein wenig improvisieren. Auf der Dorfstraße wäre eben viel mehr Platz gewesen. Diese farbenfroh gekleideten Frauen entführten das Publikum dabei kulturell keineswegs nur in den Orient. Sondern sie boten tanzend auch einen kurzen Exkurs in Richtung Osteuropa an. Einem Gebiet, wo schon aufgrund der geschichtlichen Entwicklung kulturelle Grenzüberschreitungen üblich sind und das Alltagleben der dortigen Einwohner bereichern.
Begonnen hatte der letzte Sonntag im August übrigens noch als Open-Air-Veranstaltung. Schon kurz nach dem offiziellen Beginn, füllte sich das hergerichtete Freigelände. Viele Gäste kamen natürlich wegen dem herzhaften Speisenangebot. Dafür hatte der Folkclub vorab ebenfalls kräftig geworben. Live unterhielt sie Derek Hardie. Ein ursprünglich aus Edinburgh/Schottland stammender Künstler. Er mag musikalisch vieles, was seit der Zeit des Rock`n Roll entstand. Ohrwürmer aus den 1960er und 1970er Jahren befanden sich in seinem Repertoire. Mit diesem Soloprogramm ist Hardie gern gesehener Gast auf vielen Kleinkunstbühnen und punktete selbstverständlich in Isaar.
Vereinsvorstand Horst Ortmann lobte das Engagement seiner Mitglieder. Welche wiederum durch Einsatzfreude dieses Fest ermöglichten. Die ehrenamtlich am Grill oder dem Bierausschank wirkten. Die selbstgebackenen Kuchen und Torten zur Verfügung stellten oder in der Küche halfen. Gleichzeitig blickte Horst Ortmann voraus und verwies auf das demnächst beginnende Herbstprogramm seines Clubs. Geheimtipp sei dabei der Auftritt von Meike Koester am 21.September. Ihr Song "Seefahrerherz" hielt sich nach seinen Worten gleich mehrere Monate in der Liederbestenliste. Der absolute Kracher aber ist das am 27. September in der Tenne der Meinel-Bräu Hof stattfindende Konzert mit Show of Hands sowie Special-Gast Miranda Sykes am Kontrabass. Dieses Akustik Duo aus England wurde nicht nur in Oberfranken bereits mehrfach gefeiert, sondern hatte 2012 den fünften Auftritt in der berühmten Londoner Royal Albert Hall.

Von Roland Barwinsky

Derek Hardie eröffnete mit Oldies das Sommerfest im oberfänkischen Isaar
Schon beizeiten war das Freigelände in Isaar gut gefüllt
Elvira Zoch und Karin Grüner(v.l.) kamen aus Thüringen und fühlten sich sofort wohl
Klaus König und Kuno Höhne vom Folkclub Isaar beim Bierausschank
Trotz beengter Platzverhältnisse bot die Bauchtanzgruppe Bahariya eine optisch sehenswerte Show an
Die Seldom Sober Company aus Halle wurde in Isaar gefeiert. Von links: Kaspar Domke, Michael Proschek, Nico Schneider, Toni Geiling

Zauberei Unplugged - Dunkelschön in der Meinel-Tenne, in Hof

Dunkelschön spielte in der Meinel-Tenne Hof
Foto: Roland Barwinsky

Hof. Mitte April in der Meinel-Tenne Hof kurz nach 20 Uhr: Es gab kaum noch Licht. Einige Kerzenständer wurden angezündet. Die Bühne hatte man vorab mit Efeu geschmückt. Eine Harfe sorgte für leise Töne. Dunkelschön stand auf der Bühne und kündigte eines ihrer eher seltenen Unplugged-Konzerte an. Also eine Vorstellung, wo auch Beschaulichkeit gefragt ist. Der Folkclub Isaar zeigte bereits vorab Realismus und wählte diesen Veranstaltungsort für das Gastspiel aus. Denn die rund 170 Gäste hätten in ihrem eigentlichen Domizil - dem Dorfsaal in Isaar - keineswegs Platz gefunden.
Die Band verband von Anfang an Träume mit Mystik und verpackte dies natürlich in ein historisches Gewand. Frontfrau Vanessa Istvan strahlte wohltuenden Frohsinn aus. Sie lächelte oft. Sie wanderte mit ihren Mitstreitern musikalisch problemlos zu verschiedenen Kulturen. Klar, die Kelten mussten dabei sein. Wahrscheinlich geht es überhaupt nicht anders bei einer Formation, die von den eigenen Fans gern mit der facettenreichen Mittelalter-Folkszene in Verbindung gebracht wird. Ruhig und gediegen ging es auf dem Podium zu. Obwohl die Musiker dort ziemlich eng nebeneinander standen. Neben der Sängerin, die zwischendurch auch Flöte spielte, sorgte Cellistin Monika Knüpfel immer wieder für Momente zum Innehalten. Ja, für gut dosierte Seelenmassage. Manchmal gelang ihr das fast ganz allein. Oft aber im harmonischen Zusammenwirken - beispielsweise mit Michael Kaiser, welcher Nyckelharpa, Harfe und Drehleier dezent einsetzte und somit den Klangteppich vollendete. Percussion, Schlagzeug und Bass nannten sich weitere tönende Zutaten. Diese Instrumente klangen dieses Mal leiser als bei anderen Konzerten. Sie passten so gut zur gesamten Choreographie. Diese bestand unter anderem aus nordischen Traditionals oder einer bretonischen Geschichte über drei Seefahrer.
Aber Dunkelschön  wollte noch mehr. Sie besaßen den Mut alte deutsche Gedichte zu vertonen und ihre Ergebnisse dem Publikum anzubieten. Jetzt wurde das Ganze tatsächlich zu einer Zeitreise. Zu einer gestrigen Welt voller Rätsel. So ging es bei "Es ist ein Schnee" keineswegs um den uns gerade abhanden gekommenen Winter. Die dahinter stehende Geschichte ist nachdenklich, macht traurig. Wegen einer unehelichen Schwangerschaft wird die werdende Mutter von der Allgemeinheit gnadenlos ausgegrenzt, an den Pranger gestellt. Romantik sieht wohl etwas anders aus. Lyrik gab es danach. Da Dunkelschön ein Zauberwort sei, lud die vielköpfige Crew zum Abschied ihre Anhänger kurzerhand ein, gemeinsam mit ihnen zu singen. "Lasst uns ein letztes Mal ziehen - dort in den Wald, der voll von Träumen war, wo wir gemeinsam Nacht für Nacht - einst gesungen und gelacht…", hieß es jetzt. Und das war doch eine recht frohe Botschaft für den anschließenden Heimweg.


Von Roland Barwinsky

Angenehme Power aus Schottland - Willie Logan überzeugte in Isaar mit klassischem Bluesrock

Als druckvoller Bluesrocker präsentierte sich Willie Logan im Folkclub Isaar
Am Schlagzeug saß Adam Bond Thomsen
Bassistin Lorna Thomas

Isaar. Weniger ist manchmal doch viel mehr. Sänger und Gitarrist Willie Logan brachte am Samstag nur noch seinen Schlagzeuger Adam Bond Thomson sowie die Bassistin Lorna Thomas mit nach Isaar. Diese Minibesetzung erzeugte aber im Folkclub enormen Druck und Power. Und das von Anfang an. Es brodelte regelrecht auf der kleinen Bühne. Denn schon nach wenigen Tönen war klar, wer sich hier im beschaulichen Oberfranken vorstellte. Logan outete sich sofort als exzellenter Bluesrocker. Als einer, der seinen unter die Haut gehenden Gesang und das eigene virtuose Gitarrenspiel nahezu genial vernetzte. Dementsprechend kraftvoll klangen die vorgestellten Songs. Da entstand von alleine musikalisches Eigenleben und dieses erreichte ohne Zeitverzögerungen die gut besetzten Zuhörerreihen. Viele Lieder stammten von seinem jüngsten Album "Altocumulus". Und der Sympathieträger wurde mit seinem Trio im Laufe des Abends immer schneller. Der Sound insgesamt immer treibender. Die Vorstellung strotzte deswegen nur so vor explosiver Energie, vor knisternder Spannung. Aber in vorbereitete Schubladen ließ sich das Repertoire keineswegs einordnen. Ja, musikalische Brüche gab es auch. Und diese waren durchaus wohltuend. Nach einem minutenlangen Powerspiel wurde es plötzlich ruhiger im Saal. Zeit für besinnliche Balladen. Aber auch Zeit, um schottische Folklinien in diesen eher sanftmütigen Melodien zu erkennen. Denn Logan stammt aus diesem Land. Kurz danach erreichten die Gäste natürlich wieder problemlos die klingende Überholspur. Es ging mit rasanten Songs und krachend weiter. Richtig cooler Classicrock, der insbesondere in den 1970er Jahren seine Blütezeit hatte. Und das Trio präsentierte sich insgesamt als ein sehr gut aufgestelltes Team, wo nicht nur jeder seine Aufgabe bestens absolvierte, sondern bei deren Spiel auch die Gäste regelrecht ins Schwärmen kamen.

Text und Fotos: Roland Barwinsky

Jigs, Reels, Celtic Folk und Country - Folkclub Isaar startete mit "The Cannons" in die diesjährige Konzertsaison - Kein Platz blieb im Saal frei!

Seán Cannon feierte 2012 sein 50jähriges Bühnenjubiläum
Fotos: Roland Barwinsky

Isaar. "Bei unserem letzten Auftritt lag hier auch Schnee. Vielleicht sollten wir das nächste Mal doch im Sommer kommen", resümierte am 21.Januar in Isaar ein gut aufgelegter Seán Cannon. Dieser Musiker wurde einst mit den Dubliners - mit denen er rund 30 Jahre zusammen musizierte - europaweit bekannt und trat mit dieser Band überall auf. Aber seine  Lieblingsdomizile sind solche kleinen Bühnen wie diese des oberfränkischen Folkclubs, verriet er vorab. Denn hier ist er noch vorhanden, der unmittelbare Kontakt zum Publikum. Oder das ungezwungene Gespräch zwischendurch mit den Fans. Ebenso die herzliche Begrüßung durch die Gastgeber, welche allesamt ehrenamtlich wirken und es immer wieder schaffen, auch erstklassige Gruppen zu verpflichten. Die freuten sich besonders. Denn dieses Mal reichten die Sitzplätze nicht aus. Und das an einem kalten Winterabend am Wochenanfang.
Deswegen hatte der Künstler - der mit seinen beiden Söhnen James und Robert auftrat - keinerlei Anlaufschwierigkeiten. Zwei, drei Töne reichten aus und die Fans waren hellwach, ja regelrecht begeistert. Ein irisches Liebeslied erklang zu Beginn. Umgehend klatschten die Leute im Saal rhythmisch oder bewegten zum Takt ihre Füße. Plaudereien gab es zwischendurch reichlich. Seán Cannon, der im vergangenen Jahr sein 50jähriges Bühnenjubiläum feierte, berichtete aus seiner Biografie oder dem Leben einiger der in den Titeln vorkommenden Helden. Beim Singen wechselte sich das Trio ab. Die Söhne bekamen ausreichend Gelegenheit eigene Akzente zu setzen. Songs von Bob Dylan oder Johnny Cash befanden sich ebenfalls im Repertoire. Von Celtic Folk bis zu Country - die zu hörenden stilistischen Grenzüberschreitungen funktionierten und erzeugten sogar ein harmonisches Gesamtbild. Natürlich verehrten die Musiker auch Robert Burns(1759-1796). Dieser schottische Nationaldichter soll seine Sternstunden genau in den Jahren gehabt haben, als dort die erste Guinness-Brauerei entstand, wusste ein schmunzelnder Erzähler namens Seán Cannon. Druckvolle Jigs und Reels wechselten sich immer wieder mit leiseren Balladen ab. Kurz vorm Finale elektrisierte die "Spanish Lady" die Fans. Neben klaren Stimmen, entstand durch mehrere Gitarren und Mandola viel Gefühl. So viel, dass es gleich mehrere Verlängerungen in Form von Zugaben für die Folkfreunde gab. Und die kamen übrigens von überall her. Denn die verschneite Dorfstraße in Isaar war zugeparkt.

 

Text & Fotos: Roland Barwinsky

FRENGSCH´e Weihnacht im Folkclub Isaar

von links: Sabine Hahn, Gerd Meidhof, Elke Rost

Am 26.12. fand traditionell das Weihnachtskonzert im Folkclub Isaar statt. Diesmal präsentierte die im Raum Hof neu gegründete Band FRENGSCH mit Sabine Hahn, Gerd Meidhof und Elke Rost ein Konzert, von dem die sehr große Zuschauerzahl ab der ersten Minute begeistert war. Gerd Meidhof, am Akkordeon und Sabine Hahn an der Gitarre präsentierten Lieder aus einem reichen Repertoire und erklärten die Historie der Songs, wodurch das Publikum auch die Hintergründe der Folksongs verstehen konnte. Die musikalische Reise führte durch England, Irland, Frankreich und Franken, wodurch sich der Name der Band nochmals definiert. Die bunte Mischung aus, oft nicht sehr bekannten,  nachdenklichen Liedern und Liebesballaden fand ihren Höhepunkt in französischen Chansons. Wie stolz die Bandmitglieder auf ihre Region Franken sind, zeigte sich in Beiträgen zur Hofer Rindfleischwurst und zum Hofer Bier. Und die Idee, zukünftig Bier anstatt Weihwasser in den katholischen Kirchen anzubieten wurde vom Publikum tosend aufgenommen. Die Mundartgeschichten von Elke Rost rundeten die musikalische Weihnachtsreise gekonnt ab und gaben oft Anlass, aus vollem Herzen zu lachen. Sie zeigte unter anderem, dass Metzgereiverkäuferinnen in ihrem Beruf viel hinnehmen müssen und verteilte Fleischwurst ans Publikum. Der Folkclub Isaar bedankte sich mit diesem Konzert bei den Zuschauern für das gelungene Veranstaltungsjahr 2012 und hofft, auch in naher Zukunft das Publikum mit der Konzertauswahl begeistern zu können.

 

Kramer kam - Bluesvirtuose und witziger Unterhalter erstmals in Isaar

Als Meister der Blues-Harp und witziger Unterhalter präsentierte sich Chris Kramer in Isaar. Text & Foto: Roland Barwinsky

Isaar. Humorvoll, pointiert und musikalisch abwechslungsreich: Chris Kramer präsentierte sich am Samstagabend bei seinem Debüt im Folkclub Isaar als recht unterhaltsamer Entertainer und perfekter Meister der Blues-Harp. Von diesem kleinen Musikinstrument brachte er gleich ein ganzes Sortiment mit. Die einzelnen Stücke reichten für den Künstler allemal aus, um nach fast jedem Titel die Harmonika zu wechseln. Und zu seinen Liedern gab es durchweg nette Geschichten. Oft waren es natürlich Episoden aus dem Ruhrpott. Fast zwangsläufig sei er einst in seiner Heimat beim Blues gelandet oder gestrandet. Mit 13 Jahren hörte Kramer daheim Altmeister Howlin Wolf aus den USA und zeigte sich danach begeistert.  Schnell hatte er ihn dann selbst verinnerlicht - den in Nordamerika entstandenen Musikstil. Erst sang er seine Titel in englisch und klang dabei immer ein bissel nach Chicago. Nach einer Tour im Osten entschied Kramer kurzerhand, fortan die deutsche Sprache zu benutzen. Passend dazu sah das Publikum jetzt eine "Zigarrenkisten-Gitarre". Sehr hilfreich wäre dieses Teil, hieß es. Dieses "Glück-auf-Gerät" würde quasi einen ganzen Förderturm im Steinkohlenbergbaus abbilden, frohlockte der Witzbold. Zwischendurch lobte der amüsante Unterhalter sogar das hiesige, sprich fränkische Publikum. Die Zuhörer hier hätten ja richtig Temperament, so der weitgereiste Mann aus dem Land der Frohnaturen. Nicht toll wären dagegen die Erinnerungen, die der Künstler von Schleswig-Holstein mitbrachte. Wo der umtriebige Charmeur sogar schon einmal einen Auftritt in der Pause beenden wollte. Der Folkclub Isaar hingegen war dieses Mal reif für gleich mehrere Zugaben.

Pflichttermin für Folkfreunde - Tannahill Weavers live vor vollbesetzen Saal in Isaar

Die Tannahill Waevers sorgten für einen vollen Saal in Isaar
Text & Foto: Roland Barwinsky

Isaar. Die äußeren Begleitumstände in Isaar waren am Samstagabend fast genauso wie bei ihrem letzten Auftritt vor neun Jahren am gleichen Standort: Kein Platz blieb im Saal des Folkclubs leer, als die Tannahill Weavers  superpünktlich mit ihrem Auftritt begannen. Und die Gäste erlebten anfangs ein schottisches Quintett, welches dieses oberfränkische Dorf lobte und als besonders schön einordnete. Man werde daheim jedenfalls allen lieben Mitbewohnern von diesem wunderbaren Ort in Deutschland erzählen, hieß es.
Danach startete der rechts postierte Dudelsackspieler Colin Melville gleich richtig durch. Er sorgte für die ersten treibenden Rhythmen. Man hörte Jigs und Reels, bei denen die Gäste natürlich von alleine mitgingen, mitklatschten, mitstampften. Durch den Einsatz von verschiedensten Querflöten, Geigen, Gitarren sowie einer Bouzouki entwickelte sich innerhalb weniger Titel eine Eigendynamik. Abgebildet wurde von der Band musikalisch vor allem ein Stück historischer Entwicklung ihrer Heimat. Schottland veränderte sich im 18. und 19. Jahrhunderten nämlich heftig, teilweise brachial. Damals traf die keltische Kultur des Nordens auf die Anglo-Schottische Kultur der Lowlands. Es entstanden wundersam tönende Fusionen, schnelle und langsame Melodien, welche jede Zeitenwende überstanden. Mystik traf vor allem auf Poesie. Robert Tannahill(1774-1810) brachte als Dichter und Musikfreund die damaligen Geschehnisse auf den Punkt. Für die schottische Band diente er nicht nur als Namensgeber, sondern zugleich als Motor des eigenen Weges. Gleich mehrere Songs des vor über 200 Jahren gestorbenen Schriftstellers hatten sie ins Repertoire integriert. Fulminante Instrumentals, historisch angereicherte Balladen, partiell ergreifender Satzgesang oder aktuelle Songs - diese Tannahill Weavers lieferten am 17.November durchweg Qualität ab. Und garnierten den gesamten Set mit einer recht charmanten Art. Alles in allem eine Vorstellung, die den würdigen Schlusspunkt ihrer gerade zuende gehenden Deutschlandtour bildete. Isaar war nämlich die letzte Station dieser Konzertstaffel.

Humorvoll und locker - Wayfering Strangers live im Folkclub Isaar

Foto: Die Wayfering Strangers - das sind Neil Grant und Martin Ahrndt (v.l.) - unterhielten am Samstag das Publikum im Folkclub Isaar.

Isaar. Sie hoffen, dass es bis zu ihrem nächsten Auftritt im Folkclub Isaar nicht wieder fast fünf Jahre dauert, resümierten Martin Ahrndt und Neil Grant am Samstagabend kurz vor Ultimo ihres Konzertes. Die beiden Gitarristen von den Wayfering Strangers unterhielten zuvor das Publikum recht humorvoll und plauderten zwischendurch gern über sich selbst und ihre Musik. Dieser Auftritt stand nämlich ganz im Zeichen ihres 20jährigen gemeinsamen Bühnenjubiläums.

Zu Beginn analysierte das Duo aber erst einmal die am Vortag stattgefundenen Fußball-Begegnungen Irland gegen Deutschland bzw. England gegen San Marino. Welches Spiel besser war, stand nach dem Diskurs allerdings nicht fest. Danach erfuhren die Zuhörer etwas von der Karriere des gemeinsam musizierenden Duetts. In Irish-Pubs habe alles vor zwei Jahrzehnten so richtig angefangen, hieß es. Das sind einfach Lokale, wo die Stimmung buchstäblich mit jedem Glas Guinness steige. Und auch Isaar gehöre zu den idealen Orten für gute Laune. Das war ihnen schon am Morgen klar, als sie voller Tatendrang die Metropole Köln verließen. Hier im Dorf existiere eine urige Kneipe, wo gutes Bier gezapft wird. Gleich darüber befinde sich dieser Saal, mit seinem ganz eigenen Charme. Viele vorgestellten Stücke berichteten von einem durch Traditionen geprägten Alltagsleben. So wäre in Irland die "Zeit einfach ganz anders". Vielleicht treffe diese Aussage auch auf Oberfranken zu. Denn als sie in Isaar ankamen, freute sich das Duo schon auf ihr abendliches Publikum, welches nach ihrer Meinung in den hiesigen Häusern wohnt. Gesehen habe man nämlich kaum Leute auf der Straße. In Köln sei das anders. Mit dieser Art von Lockerheit hatten die Künstler natürlich schnell die anwesende Schmunzelfraktion auf ihrer Seite. Quasi im Minutentakt wurde zudem die Geschwindigkeit der Songs schneller. Somit zog die Mitklatschbereitschaft spürbar an. Im zweiten Teil ging der musikalisch unterhaltsame Genuss weiter. Wohl auch deswegen, weil sich die Gäste auf keinerlei stilistische Grenzen festlegen mochten. Neben mehreren Gitarren, sorgte der Einsatz von Mandoline, Bouzouki und Harmonika für Vielfalt. Diese hielt selbstverständlich bis zum Schluss mit gleich mehreren Zugaben an.  

Roland Barwinsky

 

21.09.2012 – Party nach Schottenart - Old Blind Dogs erstmals in Meinel Tenne, Hof

Hof. Zum Schluss wurde es am Freitagabend der absolute Selbstläufer. Die Fläche vor der Bühne in der Meinel-Tenne füllte sich und es entstand schnell absolute Partylaune. Die Old Blind Dogs drehten nun nochmals auf und sorgten durch ihre pure Lust am Musizieren für ein treibendes sowie ausgelassenes Finale. Ali Hutton am Dudelsack und Jonny Hardie an der Fiddle lieferten jetzt in punkto Geschwindigkeit Höchstleistungen an ihren Instrumenten. Denn dieses Duo wurde immer schneller. Aaron Jones sorgte mit Gitarre und seiner Stimme für die ideale Ergänzung. Schlagzeuger Fraser Stone sorgte für weiteren Druck. Die Gäste aus Schottland setzten an diesem Abend auf viele Eigenkompositionen. Lieder, bei denen natürlich die folkgetränkte Traditionslinien ihrer Heimat stets erkennbar blieben. Aber auch Songs, wo ihre eigene kompositorische Handschrift nie außen vor blieb. Gesangs-und Instrumentaltitel wechselten sich ab. Ruhige Passagen - wo das Publikum an den Tischen verträumt zuhörte - löste das Quartett immer wieder durch energiegeladene Abschnitte ab. Genau diese Mischung sorgte für einen kurzweiligen Konzertabend und dieses taugliche Rezept entpuppte sich auch als passend für das anwesende Publikum.

Roland Barwinsky

Alan Reid und Rob van Sante, am Samstag 08.09.2012 in Isaar

The gig dates sprechen für sich… von Scottland nach Isaar und weiter nach Canada.  Die beiden Künstler Alan Reid und Rob van Sante sind in der Welt zuhause. In ihrem Gepäck großartige Lieder, die deutschsprachig mit einem charmanten Slang interpretiert wurden. - „Christ Has My Heart Ay“. „The Road Of Tears“- keine Sekunde langweilig. Das Publikum ist berauscht von den einfühlsamen, ergreifenden Balladen, wohl hoffend, dass auch hier nach Mord und Totschlag wieder die heile Welt zutage kommt.Bei „The Dear Green Place“, der Glasgow-Hymne und Charme der scottisch geschmückten Bühne versinkt das Publikum endgültig in den Highlands. Es fehlt nur noch am Whiskey, aber den serviert der Landlord Helmut danach in Form eines Birnchens als… „hessischen Whiskey“! Slainte (= gälisch Prost)

Auswandererschicksale, kleine Liebesdramen und fantasiegetränkte Goldgräberromantik - Andy Irvine präsentierte sich im Folkclub Isaar als singender Geschichtenerzähler

Isaar. Andy Irvine, der Stunden zuvor noch in München auftrat, gastierte am Abend des ersten Adventssonntages zum Schluss seiner ausgiebigen Tournee durch Deutschland in Isaar. Rund 60 Gäste erlebten im dortigen Saal einen munter musizierenden Künstler, der zwischen den Liedern nicht nur mühelos die mitgebrachten Gitarren wechselte, sondern sich vor allem als einer der gegenwärtig wichtigsten Vertreter des Irish Folk  vorstellte und diesen Anspruch mit teilweise rührenden Geschichten jederzeit untermalte.So hörten die Besucher etwas von emotional gestrandeten Auswanderern, die auch nach Jahren der Abreise voller Trauer an ihre einstige Heimat zurück dachten. Auch viele der folgenden Liebes- und Leidgeschichten bestanden nicht nur aus Glücksmomenten. Richtig lustig dagegen war sein Song über den betrunkenen Goldgräber in Neuseeland. Er wird in diesem beklagenswerten Zustand von einem als Frau verkleideten Mann unsanft beklaut und rächt sich deswegen wenig später mit dem gleichen Trick bei dem Übeltäter. Genau diese Aneinanderreihung von grundverschiedenen Episoden war typisch für ihn, der sich gern als Weltenbummler sieht. Eine zentrale Rolle im Repertoire spielten immer wieder Minderheiten. Die präsentierten Erlebnisse wirkten dabei oft balladesk, angereichert mit Melancholie und Romantik. Besonderes verankert in seinem Liedgut ist aber das Geschehen in Nordirland, inklusive der dortigen Landschaft plus des nicht immer leichten Lebens vor Ort, welches einen ganz eigenen Menschenschlag hervorbrachte. Nebenbei vertonte Irvine noch inhaltsschwere mit Lyrik angereicherte Gedichte.Kurz vor Ultimo erinnerte sich der Alleinunterhalter und anerkannter Frontmann in Sachen irischer Musik an die eigene, scheinbar schon lange zurück liegende Jugendzeit. An den unentwegt Lieder schreibenden Woody Guthry, der ihn besonders inspirierte, und auch an ein Lied, in dem er schon frühzeitig gegen rechtes bzw. faschistisches Gedankengut ankämpfte. Danach folgten Reflektionen über Ausflüge durch Osteuropa. Anders sei  es damals auf dem Balkan im Kalten Krieg gewesen. Trotzdem fand Irvine dort kulturelle Schätze vor, zeigte sich zudem beeindruckt von der einzigartigen Musik in den von ihm bereisten Landstrichen und natürlich auch von weiblichen Schönheiten, die regelrecht einluden zu ungeplanten Romanzen... Zwei Zugaben gab es zum Finale und dann verließ der noch immer Rastlose den Saal. Ein Reisender, der sicherlich wieder kommen wird. Roland Barwinsky

Dunkelschönes Mittelalter in Isaar - Gäste erlebten dort am Samstag balladeske Zeitreise in vergangene Jahrhunderte

Isaar. So etwas hatte der dortige Folkclub in seiner langen Geschichte vorab überhaupt noch nie erlebt: Die Musiker von Dunkelschön krempelten am Samstagabend vor ihrem eigentlichen Auftritt erst einmal die gesamte Optik vor Ort um und schufen zunächst  ihr eigenes, exotisch-bizarr wirkendes Weltbild. Leuchtende Weinreben wurden da flugs herbei geschafft, genauso flimmernde Kerzen und scharze Riesenplakate, welche dann an den Wänden angebracht worden. Danach folgte für die rund 70 Gäste ein besinnlicher Mix aus langsamen und schnelleren Songs. Diese kamen übrigens in vielen Sprachen. Schwedisch war genauso darunter wie das sehr anspruchsvolle "Mittelhochdeutsch". Und der im Repertoire ebenfalls berücksichtigte Vorreiter-Dichter von Minneliedern namens Walther von der Vogelweide schätzte schon zu seinen Lebzeiten den Genuss an den richtigen Stellen, hieß es. Dunkelschön sang manchmal sogar in "Fantasie", einer von ihnen selbst erdachten Ausdrucksform. Übrigens sehr treffend für den Grundtenor der gesamten Vorstellung.Die angedachte und musikalisch mit dem passendem Instrumentarium wie Drehleiern, Harfen und  ungezählten Flöten umgesetzte Zeitreise in vergangene Jahrhunderte gelang. Überlieferte Fabeln wurden von der Band neu vertont, fast vergessene Volkslieder frisch aufgepeppt und manchmal sogar Passagen aus Carl Orffs "Carmina Burana" eingesetzt. Sängerin Vanessa Istvan verlieh dem Ganzen durchgängig ihre ganz spezielle, melancholisch verträumt wirkende Note. Bereits zum Auftakt gab sie mit "Flug der Zeit" die geplante Wegstrecke vor. An unterschiedlichen Haltepunkten mangelte es bei diesem Celtic-Medieval-Folkonzert übrigens nie. Zum Abschied bedankte sich die Gruppe mit der Zugabe "Ein letztes Mal" nicht nur beim anwesenden Publikum, sondern auch bei dem eigenen Gitarristen "Bruder" Björn, der gerade seine Abschiedsvorstellung bei Dunkelschön zelebriert hatte. Roland Barwinsky   

Blues und Rock auf der Slidegitarre - John Campbelljohn live in Isaar

Isaar. John Campbelljohn, perfekter Beherrscher der Slidetechnik, stellte sich am Samstagabend erstmals im Folkclub Isaar vor. Einziger Nachteil: Zu  diesem Auftritt waren leider nur rund 30 Personen erschienen. Der Musiker verbarg dabei von Anfang an nicht seine musikalischen Herkunftswurzeln und setzte vorwiegend  auf bluesgetränkte Songs. Dabei legte er sich aber nie auf starre  Begrenzungen fest. So gab es auch genügend Anleihen aus dem Segment Rock zu hören. Selbst Country blieb nicht ganz außen vor. Neben vielen Eigenproduktionen hatte der Kanadier auch einige Musikklassiker im Repertoire. Gewechselt wurden von ihm während des Konzertes mehrmals die Gitarren und egal welche er davon gerade spielte, immer wieder fand der Meister zurück zum Slide. Text:Foto: Roland Barwinsky 

Ein von Irish-Folk beeinflusstes Konzert - Peter Kerlin und Jens Kommnick am Samstag in Isaar mit viel Spielwitz

Ein von Irish-Folk beeinflusstes Konzert - Peter Kerlin und Jens Kommnick am Samstag in Isaar mit viel Spielwitz Isaar. Das seit Jahren zusammen spielende Duo Peter Kerlin und Jens Kommnick boten am vergangenem Samstagabend im Folkclub Isaar einen hauptsächlich durch Irish-Folk-Einflüsse geprägten Vortrag an. Dabei setzten sie aber überwiegend nicht auf die gängigen Traditionals dieser Sparte, sondern trugen hauptsächlich in Eigenregie entstandene Songs vor. In denen wurden persönliche Erlebnisse genauso verarbeitet wie gesellschaftlich-politische Themen. Neben der Gitarre benutzte das Duett dabei ein breit gefächertes Instrumentarium. Besonders lyrisch wurde es in den Momenten als der aus Bremerhaven stammende Jens Kommnick das hauseigene Klavier in den Ablauf mit einbezog. Zugute kam den Künstlern ihre jahrzehntelange Erfahrung auf musikalischem Gebiet. Denn neben diesem Projekt spielten sie schon in den unterschiedlichsten Formationen. Roland Barwinsky 

Hohlmeier und andere Hoffnungsträger für Hof - Ichwaasaned setzte in Isaar am 2.Weihnachtsfeiertag zum Rundumschlag auf die Lokalpolitik an

Isaar. "Nachdenklich und zugleich humorvoll wird dieses Programm sein", frohlockte Albert Rambacher einige Minuten vor dem Auftritt von Ichwaasaned am 2.Weihnachtsfeiertag in Isaar. Was die Gäste danach im gut gefüllten Saal des dortigen Gasthofes erlebten, entpuppte sich durchweg als eine gelungene Mischung aus alten und neuen Texten dieser oberfränkischen Band, welche gern mit niveauvollen Versen polarisiert. Ein Schwerpunkt waren erneut die wortgewaltigen Seitenhiebe auf die Untiefen der hiesigen Lokalpolitik.   Schon zum Auftakt bei "Hof hat Weltniveau" ging es richtig deftig zur Sache. Die darin besungene Stadt ganz oben im Freistaat Bayern sei bekanntlich Pleite, ja regelrecht arm, aber trotzdem sexy und aufgrund eines Oberbürgermeisters von der CSU mache jetzt sogar noch der einheimische Flugplatz zu, hieß es unter anderem in dem Song. Und da in der Möchtegern-Metropole selbst die Straßen mittlerweile aussehen "wie damals drüben in der DDR", brauche man ganz dringendst neue Hoffnungsträger. Am allerbesten solche weibliche Vorzeigewesen wie  Monika Hohlmeier. Bei dieser Person sei schon der Name so etwas wie ein selbst laufendes Konjunktur-Programm. Dieses "abgelegte Straußenei" aus Oberbayern würde auf jeden Fall gut hierher nach Oberfranken passen, beteuerte Ichwaasaned. Besonders hinein in die lokalen Amtsstuben, wo schon jetzt sinngemäß die Nullen unter sich sind..., so der oft verschmitzt lächelnde sowie s(w)ingende Rambacher.Bei dem nachfolgendem Text wechselte kurzerhand die parteipolitische Farbe. Rot sei die bekanntlich bei der  SPD und rot wird der Patient nach Meinung von Elke Rost auch bei der anstehenden Gesundheitsreform. Der dafür zuständigen Ministerin Ulla Schmidt attestierte sie einfach nur "Blindheit im Fachgebiet". Besonders deutlich erkennbar sei dies bei dem direkten Vergleich zwischen den nicht nur nach ihrer Meinung überall  bevorzugten Privatpatiemten mit grob vernachlässigten gesetzlich Versicherten. Diese in Berlin ungeniert agierenden "Gesundheitsfaschisten" treiben Deutschland auf jeden Fall unweigerlich in den Infarkt mit weitreichenden Folgen, so die Botschaft der in Isaar verschriebenen bitteren Pillen. Begleitet hat das Duo dieses Mal noch Uwe Konrad an der Gitarre und erstmals auch partiell dessen Tochter Jule. Die 17jährige sang zwei besinnlich-melancholische Titel. Mit gewohnt spitzer Zunge setzte Ichwaasaned außerdem immer wieder zum Angriff auf die Lachmuskeln der Gäste an. Besonders bei den eigenen Klassikern wie "Großkampftag bei Aldi" oder dem Kurschattenlied "Gigolo" feierten die Gäste die locker wirkenden echten "Hofera" auf der Bühne. Elke Rost erkannte zudem in einem selbst verfassten Text äußerst bedenkenswerte Unterschiede bei der Namensgebung in den neuen sowie den verbrauchten Bundesländern. Roland Barwinsky  

Auftakt mit Überlänge - Terry Lee Burns gastierte erstmals in Isaar und legte gleich richtig los

Isaar. Samstagabend im recht gut gefüllten Saal des dortigen Folkclubs: Terry Lee Burns, ein US-Amerikaner der zurzeit durch Deutschland ohne Auto tingelt, hat eindeutig die Spielfreude für sich selbst entdeckt. Und mit dieser Art sofort auch sein Publikum angesteckt. Obwohl es nicht mehr weit bis Mitternacht ist, denkt der gut aufgelegte Künstler noch lange nicht an ein Finale. Auch nach mehr als dreistündigen intensiven Spiel ist das so. Von Langeweile überhaupt keine Spur. Hier agiert einer, dem sein eigener Job in erster Linie viel Spaß macht. Einer, der einfach nicht in seinem Tatendrang ausgestoppt werde kann und wohl auch sollte. Vorausgesetzt das sogenannten Begleitumstände passen dazu. Das beschauliche Isaar schien er aber sofort zu mögen. Schon nach den ersten Takten wurde das für jedermann klar erkennbar. Alles klang irgendwie flüssig, ja regelrecht locker sowie unbeschwert. Sein mitgebrachtes Repertoire bewegte sich irgendwo zwischen Folk, Country und Blues. Manchmal gab es sogar innerhalb der teilweise schön zelebrierten Songs stilistische Brüche. Eigene jahrelange Erfahrungen als Sessionmusiker bei verschiedenen Bands kamen dem 44jährigen dabei defintiv zugute. Das sei ein harter Job gewesen, hieß es. Aber eben auch eine Lebensschule für Musiker wie ihn. Als Verstärkung brachte Burns noch den Gitarristen J.Jones mit. Eine gute Entscheidung, wie es sich schnell zeigen sollte. Denn neben vielen eigenen Werken konnten die Gäste so auch aufgepowerte Coverversionen von Johnny Cash, Jimi Hendrix und The Eagles hören. Zwischendurch gab es immer mal wieder einen flotten Spruch, ein paar muntere Worte und vor allem viel Herzblut von dem Weitgereisten zu vernehmen. Von einem, der noch am anderen Tag im Wirtshaus unter dem eigentlichen Veranstaltungsort sehr angetan war von der Atmosphäre. Und vielleicht schon zum diesjährigen Sommerfest erneut dort auftreten darf. Dann aber unter freiem Himmel.  Roland Barwinsky 

Feine irische Musik direkt aus Deutschland - Dán mit Traditionals und Eigenem erstmals im Folkclub Isaar zu Gast

Isaar. Mehrere Gitarren, daneben die Fiddle, das Akkordeon, der Kontrabass und Flöten - dieses Instrumentarium hört sich schon auf dem ersten Blick interessant an und klingt schon etwas nach Folk von der grünen Insel. Dán, ein Trio, brachte am Samstagabend in Isaar den rund 60 Gästen auch die von diesen vorab erwartete sowie gut sortierte Ladung Irish Folk mit. Neben Traditionals befanden sich im Repertoire eine Reihe von Eigenkompositionen. Bemerkenswert war vor allem, dass die Band definitiv deutsche Wurzeln hat und sich trotzdem diesem Stil vollends verplichtet fühlte.Der Gruppenname bedeute so etwas wie Geschenk oder Gabe. Man kann in aber auch mit Kunst oder Gedicht übersetzen, hieß es. Und so stimmten die Künstler das Publikum schon am Anfang auf einen facettenreichen plus insgesamt recht unterhaltsamen Abend ein. Er begann akustisch und mit leisen Tönen sowie fast ohne Technik. Gitarrist Jürgen W.Lang übernahm zusätzlich die Moderation und erzählte so manche heitere, traurige oder gar bizarre Episoden. So die vom Toilettennotstand in Ungarn, wo für tausende Gäste eines Festivals nur zwei Klos zur Verfügung standen und die außerdem auch noch geschlossen waren. Musikalisch reiste das Trio auch einmal kurz nach Holland, aber dort klinge es schon irgendwie ein bisschen irisch. Dieser Eindruck verstärkte sich mehr und mehr, besonders beim Einsatz der gälischen Sprache. Und schon befand sich Dán musikalisch in Schottland. Dort sei aber immer so schlechtes Wetter, betonte die Gruppe. Man habe da nur die Wahl zwischen warmen oder kalten Regen. Dublin wiederum könne man ohne Gewissensbisse besonders bei Sonnenaufgang zu emphehlen. Aber dieses Erlebnis komme wirklich sehr sehr selten. Dort bestimmen eben fast pausenlos die Wolken am Himmel den Tag, berichteten die Künstler.Auf der Bühne in Isaar regierte neben dem gern vermittelten Frohsinn eine durchweg zu spürende musikalische Raffinesse. Für die sorgte auch Franziska Urton mit ihrem teilweise durch klassische Einflüsse geprägten Geigenspiel. Johannes Mayr, der übrigens einen ganz beschwerlichen Weg von der alpenländischen Volksmusik zum Irish-Folk ging, setzte mit Akkordeon sowie Kontrabass ganz eigene Akzente. Einzig der Gitarrist Jürgen W.Lang verfügte tatsächlich über ausgiebige Irland-Erfahrungen, welche besonders bei dem Einsatz der Low-Whistles aufblitzten. Roland Barwinsky 

Ausnahmegitarrist Willie Logan begeisterte Samstagabend in Isaar

Willie Logan, der schottische Ausnahmegitarrist, überzeugte bei seinem ersten Gastspiel im Folkclub Isaar das anwesende Publikum. Am Samstagabend mixte er seine akustische Musik zusätzlich mit moderner Rekordertechnik. So etwas erzeugte Druck, Dynamik und Lebendigkeit. Das angebotene Repertoire bestand teilweise aus eigenen Sachen sowie Standards aus den Abteilungen Folk, Blues und Rock. Mit dieser Mischung gelang es ihm die Gäste von Beginn an zu überzeugen. Zum Finale wurde er regelrecht gefeiert und lieferte gleich mehrere Zugaben.  Roland Barwinsky

nach obenzurückE-Mail